Vodka

Vodka, das glasklare 'Wässerchen' ohne Aromazusätze, ist eine der weltweit beliebtesten Spirituosen mit mindestens 37,5 Volumenprozenten. Der Hochprozentige aus dem slawischen Raum wird inzwischen weltweit destilliert und überrascht durch eine breite Sorten-Palette. Eiskalt pur serviert, aromatisiert oder als Basis für Cocktails, ist guter Vodka mit seinem weichen, nahezu neutralen Geschmack ein besonderer Genuss.

Slawisches 'Wasser' mit jahrhundertealter Tradition

Die Geschichte des Vodka reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert. Bis heute ist nicht endgültig geklärt, ob der erste Vodka in Russland oder in Polen destilliert wurde. Gesichert ist, dass die Erfindung der Spirituose auf einen riesigen Getreideüberschuss in beiden Regionen zurückzuführen ist. Während in Russland große Mengen Weizen verarbeitet werden mussten, stand in Polen sehr viel Roggen zur Verfügung. Die erste schriftliche Erwähnung fand polnischer Vodka, der 1405 in Sandomierz im Königreich Polen gebrannt worden war.

 

Bis ins 19. Jahrhundert blieb Getreide der einzige Rohstoff für das Brennen von Vodka. Danach gewann die aus Südamerika importierte Kartoffel in Osteuropa als Basis für Vodka an Bedeutung. Von Polen und Russland trat der Hochprozentige seinen Siegeszug in die Ukraine, Finnland und Schweden an. Der in Norddeutschland gebrannte Korn kann seine Verwandtschaft zum Vodka kaum verbergen.

 

Das Vodka-Verbot der russischen Kommunisten führte dazu, dass zwischen 1917 und 1925 viele Vodka-Hersteller emigrierten und die Kunst der Herstellung der slawischen National-Spirituose in Westeuropa und Nordamerika bekannt machten. In den 1950er Jahren wurde Vodka als unverzichtbarer Bestandteil von Cocktails weltweit zum Kult-Getränk.

Roggen, Kartoffeln oder Trauben: Rohstoffe für die Vodka-Herstellung

Grundstoffe für die Herstellung von Vodka sind Getreide, Kartoffeln oder Melasse. Während im slawischen Raum vor allem Roggen und Kartoffeln zum Einsatz kommen, greifen finnische Vodka-Hersteller gern zu Weizen. Vodka aus Roggen ist mild und weich mit einer leicht süßlichen Note. Vodka aus Kartoffeln hingegen ist schwerer und herb. Auch er hat im Abgang eine süßliche Nuance.

 

In Südafrika, Brasilien und den Vereinigten Staaten wird Melasse, ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung, als kostengünstiger Rohstoff für die Vodka-Herstellung genutzt. Melasse macht die Spirituose erkennbar süßlich.

 

In den letzten Jahren hat sich französischer Vodka einen Namen gemacht, der aus ausgewählten Chardonnay-Trauben destilliert wird. In Asien wird Vodka aus Soja, Reis und Mais gebrannt. Diese Spirituosen dürfen den Namen Vodka nur tragen, wenn sie nach traditionellem Vodka-Verfahren destilliert wurden. Die Rohstoffe müssen auf dem Etikett benannt werden.

Auf das Wasser kommt es an: Grundlagen der Vodka-Herstellung

Da Vodka zu 60 Prozent aus Wasser besteht, kommt dessen Qualität besondere Bedeutung zu. Vodka-Hersteller bevorzugen sehr weiches Wasser, das oft aus eigenen Brunnen und Quellen stammt. Es gilt: Je weicher das Wasser, desto schneller und gründlicher werden die Rohstoffe zerkocht. Mineralien und Salze behindern diesen Prozess.

 

In den letzten Jahren wird Wasser zur Vodka-Herstellung unter anderem von Gletschern vor der Küste Neufundlands gewonnen. Es handelt sich dabei um jahrtausendealtes Niederschlagswasser, das nie mit Düngemitteln in Berührung gekommen ist.

 

Was die Rohstoffe betrifft, sind Vodka und Whisky verwandt. Den gravierenden Unterschied bringt der Herstellungsprozess. Vodka lebt von der Qualität des zur Destillation verwendeten Wassers. Der besondere Charakter von Whisky entsteht durch die Reife im Fass.

 

Zum Brennen von Vodka werden die zerkleinerten Rohstoffe mit Wasser versetzt und erhitzt. Bei Temperaturen zwischen 150 und 160 Grad Celsius wird die in den Basisstoffen enthaltene Stärke in Zucker umgewandelt. Es entsteht die sogenannte Würze, die zähflüssig und süß ist. Sie wird unter Verwendung von Hefe drei bis fünf Tage bei einer Temperatur zwischen 25 und 30 Grad Celsius vergoren. Es entsteht eine dickflüssige Maische mit einem Alkoholgehalt von sechs bis zehn Volumenprozenten.

 

Die eigentliche Vodka-Destillation erfolgt bis heute nach einem traditionellen Verfahren aus dem 19. Jahrhundert, in Destillations-Apparaturen nach Dorn und Pistorius. Hierzu dient eine horizontale Säule, die in zwei Segmente unterteilt ist, den Analysierer und den Rektifizierer. Der Analysierer wird von unten mit heißem Wasserdampf, von oben mit der Maische beschickt. Die Maische erhitzt sich in der Abwärtsbewegung, der in ihr enthaltene Alkohol verdampft. Er wird in den ebenfalls erhitzten Rektifizierer geleitet und gereinigt.

 

Eine abschließende Filtration mit Holzkohle-Granulat aus Buche, Eiche oder Birke entfernt unerwünschte Aromastoffe und erzielt einen sehr hohen Reinheitsgrad. Pro Liter Vodka sind 30 Milligramm Fremdstoffe erlaubt, bei Cognac oder Whisky sind es 2.600 Milligramm.

 

Das Verschneiden verdünnt den Vodka auf Genuss-Stärke, das ist traditionell ein Alkoholgehalt von 40 Volumenprozenten.

Der europäische Vodka-Streit

Im Jahr 2007 entbrannte um das hochprozentige 'Wässerchen' in der Europäischen Union ein erbitterter Streit. Slawische und skandinavische Länder bestanden darauf, dass die Bezeichnung Vodka nur für Spirituosen verwendet werden dürfe, die aus Getreide oder Kartoffeln hergestellt werden, und verlangten ein Reinheitsgebot für das Getränk.

 

Der Streit wurde mit einer EU-Verordnung vom Januar 2008 beigelegt, die an Spirituosen mit der Bezeichnung Vodka folgende Anforderungen stellt:

 

- hergestellt aus Ethylalkohol aus landwirtschaftlichem Ursprung

- gewonnen durch Gärung mit Hefe

- Mindestalkoholgehalt von 37,5 Volumenprozenten

- Aromatisierung nur mit natürlichen, in den Rohstoffen ursprünglich enthaltenen Aromastoffen erlaubt

 

- Vodka, der aus anderen Rohstoffen als Getreide oder Kartoffeln gebrannt wurde, ist auf dem Etikett entsprechend zu kennzeichnen

Vodka, köstlich aromatisiert & die Vielfalt seiner Destillerien und Sorten

Aromatisierter Vodka hat in Polen und Russland lange Tradition. Zum Aromatisieren werden neben Waldbeeren, Gewürzen, Kräutern und Früchten auch Gräser verwendet. Berühmt ist polnischer Zubrowka, der aus kräftigem Roggen destilliert wird und sich durch seinen starken, prägnanten Charakter auszeichnet. Er soll Kenner bereits seit 600 Jahren begeistern. Zubrowka wird mit typischem Bisongras und anderen Kräutern verfeinert.

 

Premium Vodka zeichnet sich durch besonders hohe Qualität aus. Er ist vor allem für den puren Genuss vorgesehen. Das französische Label Grey Goose hat sich in jüngster Vergangenheit durch besonders edle Tropfen einen Namen gemacht. Der Vodka der Marke wird aus besten Getreidesorten und mit Kalkstein gefiltertem Quellwasser aus der Region Cognac destilliert. Seine elegante Weizennote wird abgerundet von einer an Mandelgebäck erinnernden süßen Note.

 

Der dreifach destillierte EIKO Vodka von der japanischen Insel Hokkaido besticht mit Süßholz- und Zuckeraromen und lang anhaltender Frische.

 

Der exquisit weiche Chiroc Vodka wird auf der Basis edler Trauben aus der französischen Galliac Region fünfmal destilliert.

 

Der ukrainische Luxus-Vodka aus der Traditionsbrennerei Lvivska in den Vorkarpaten wird aus Roggen und Weizen gebrannt. Der edle Tropfen unterschreitet die vorgeschriebene Höchstgrenze für Fremdstoffe um ein Vielfaches.

 

Beluga Vodka vereint in sich die klare, eiskalte Reinheit der sibirischen Weiten. Die kleine sibirische Destillerie Mariinsky brennt besten Weizen mit besonders weichem Wasser aus der Region. Vieles geschieht in Handarbeit, um die exklusive Qualität des Vodka zu gewährleisten.

 

Die polnische Spitzenmarke Belvedere soll schon James Bond alias 007 fasziniert haben. Sie gehört zu den wohlklingendsten Namen im Bereich des Premium-Vodkas.

 

Amerikanischer Skyy Vodka besitzt eine gehörige Portion russischen Feuers. Er wird aus hochwertigen amerikanischen Weizensorten gebrannt und mit glasklarem Quellwasser vierfach destilliert. Eine dreifache Filterung befreit das Getränk von allen Partikeln, die Kopfschmerzen oder den gefürchteten 'Hangover' verursachen können.

 

Russischer Vodka der Smirnoff-Dynastie gehört zu den beliebtesten Spirituosen weltweit. Inzwischen ist die Herstellung von Vodka dieser Marke nicht mehr nur den Russen vorbehalten. So wird Smirnoff auch in Großbritannien und den Vereinigten Staaten gebrannt.

 

Die nahezu geschmacksneutrale Spirituose eignet sich sowohl zum puren Genuss als auch zur Herstellung von Cocktails und Mixgetränken. Neben traditionellem Vodka bietet die Marke auch aromatisierte Varianten an. Smirnoff Ice ist ein Mixgetränk mit Zitrus-Geschmack und reduziertem Alkoholgehalt. 

Lagerung von Vodka

Es ist empfehlenswert, Vodka-Flaschen stehend zu lagern. Im Gegensatz zu Wein sollte ein längerer Kontakt des Getränkes mit dem Flaschenverschluss vermieden werden. Der Alkohol könnte die Materialien des Deckels angreifen und die Flasche undicht machen.

 

Während der Lagerung sollte die Flasche stets gut verschlossen sein, um den Geschmack der Spirituose zu erhalten.

 

Übrigens: Wussten Sie, dass die teuerste Wodka-Flasche 1,3 Millionen Euro wert ist? Sie besteht aus Weiß- und Gelb-Gold. Ihr Verschluss ist mit dem Doppeladler der russischen Zaren verziert. Die Flasche fiel einem Diebstahl zum Opfer und wurde ohne ihren Inhalt wiedergefunden.